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KINDERARBEIT BEI DER PRODUKTION VON
CHIRURGISCHEN INSTRUMENTEN IN SIALKOT, PAKISTAN

(Basierend auf einer 1996 vom Arbeitsministerium der Provinz Punjab in Zusammenarbeit mit dem IPEC der IAO durchgeführten Untersuchung sowie auf Gewerkschaftsuntersuchungen in den Jahren 1997 und 1998)

 

Sialkot:

Die Stadt Sialkot im Nordwesten der pakistanischen Provinz Punjab hat rund eine Million Einwohner und ist ein wichtiges Zentrum für die Produktion von Exportartikeln für internationale Märkte, vor allem Sportartikel und chirurgische Instrumente. 1994 brachten die Exporte aus Sialkot der pakistanischen Wirtschaft annähernd 385 Millionen US$ an Einnahmen ein. Rund 16% davon stammten aus dem Export chirurgischer Instrumente. Sialkot ist somit eins der wichtigsten Zentren der Welt für die Produktion dieser Waren. Die Industrie hat Anfang der neunziger Jahre ein rasches Wachstum erlebt, aber ab Mitte der neunziger Jahre begann das Exportvolumen, leicht zurückzugehen.

Die Produktion chirurgischer Instrumente in Sialkot hat ihren Ursprung in der traditionell in der Stadt angesiedelten Metallverarbeitung, vor allem in der Herstellung von Schwertern und Messern. Während des zweiten Weltkrieges führte die Knappheit chirurgischer Instrumente im (damaligen) Britisch-Indien zur Entwicklung der Produktion dieser Instrumente in Sialkot. Die Industrie ist um Hauptfabriken herum organisiert, in denen der Grossteil des Produktionsprozesses abläuft, mit Ausnahme des Feilens halbfertiger Artikel und eines Teils der Schleifarbeiten, die im Unterauftrag an kleinere Werkstätten in der Stadt und um die Stadt herum vergeben werden.

Die Herstellung von Messern und anderen Artikeln für den Binnenmarkt ist ebenfalls ein wichtiger Industriebereich in Sialkot, und die Bedingungen in diesen Arbeitsstätten sind häufig schlechter als im Exportsektor.

Kinderarbeit in Sialkot:

Die Existenz von Kinderarbeit in Sialkot sowohl im Exportsektor als auch bei der Produktion für den Verbrauch im Inland und im informellen Sektor ist in den internationalen Medien seit mehreren Jahren gut dokumentiert und anhand von Berichten dargestellt worden. Ungeachtet der Tatsache, dass in der Provinz Punjab eine Grundschulpflicht besteht, ist das Bildungsangebot extrem begrenzt, was hauptsächlich auf die äusserst geringe Priorität zurückgeht, die dem Bildungswesen im Staatshaushalt eingeräumt wird (das Bildungswesen erhält rund 3% des Bruttoinlandsprodukts, das Militär erhält mehr als zehnmal soviel). Die Einstellung der Gemeinschaft, das Fortbestehen sozioökonomischer Feudalstrukturen, geschlechtsbedingter und anderer Formen von Diskriminierung sowie das Fehlen des politischen Willens sind Schlüsselfaktoren für das fortgesetzte massive Auftreten von Kinderarbeit in Pakistan. Viele Eltern schicken ihre Kinder zudem zur Arbeit, weil ihnen dies angesichts fehlender Bildungseinrichtungen als beste Möglichkeit für die Zukunft des Kindes erscheint.

Die pakistanische Regierung, die die IAO-Übereinkommen 59 (bezüglich des Mindestbeschäftigungsalters in der Industrie) und 29 (bezüglich Zwangsarbeit einschliesslich erzwungener Kinderarbeit) ratifiziert hat, ist wiederholt von der Internationalen Arbeitsorganisation und vielen anderen Organisationen kritisiert worden, weil sie es versäumt hat, dieses Problem anzugehen. Diese Kritik drehte sich vor allem, aber nicht nur, um die extrem missbräuchlichen Formen der Schuldknechtschaft von Kindern bei der Ziegelherstellung und der Produktion handgefertigter Teppiche.

Neben dem Einsatz von Kinderarbeit bei der Produktion chirurgischer Instrumente ist auch die Ausbeutung minderjähriger Beschäftigter bei der Herstellung von Sportartikeln, vor allem Fussbällen, gut dokumentiert worden. Im Anschluss an den von internationalen Gewerkschaftsorganisationen (IBFG, ITBLAV und FIET) 1996 im Zusammenhang mit der Fussballeuropameisterschaft ausgeübten öffentlichen Druck haben die internationalen Gewerkschaften eine Vereinbarung mit der FIFA, dem Internationalen Fussballverband, bezüglich der Achtung der Kernarbeitsnormen bei der Herstellung von Produkten, für die eine Lizenz der FIFA erteilt wurde, erzielt. Im Anschluss daran haben die IAO, die UNICEF, die FIFA und die Sportartikelindustrie ein Programm eingeführt, um die Kinder, die in Sialkot Fussbälle zusammennähten, durch Erwachsene zu ersetzen und die betroffenen Kinder zu rehabilitieren. Die internationalen Gewerkschaften führen nach wie vor Gespräche mit der FIFA und der Industrie, um weitere Massnahmen in diesem Zusammenhang zu erarbeiten.

Kinderarbeit bei der Produktion chirurgischer Instrumente:

Dem vom Arbeitsministerium der Provinz Punjab mit Unterstützung des IPEC der IAO erstellten Bericht zufolge waren von den insgesamt rund 50.000 Beschäftigten in diesem Sektor in Sialkot rund 7.500 bzw. 15% Kinderarbeiter (d.h. weniger als 14 Jahre alt). Rund 25.000 Beschäftigte arbeiten in den grösseren Fabriken, wo Blech in halbfertige Instrumente umgewandelt wird, die anschliessend zum Feilen (und zum Teil zum Schleifen) an Unterauftragnehmer vergeben und für die abschliessenden Arbeiten in die Fabriken zurückgegeben werden. Die meisten Kinderarbeiter finden sich unter den 25.000 Beschäftigten kleinerer Werkstätten, wo die Feil- und zum Teil Schleifarbeiten stattfinden. Untersuchungsbeauftragte der Gewerkschaften haben Kinder auch in Werkstätten angetroffen, in denen heisses Metall behandelt wurde, wobei sie ohne Schutzausrüstung in unmittelbarer Nähe von höchst gefährlichen Arbeitsprozessen tätig waren. Der Bericht der Provinzregierung von Punjab und der IAO macht deutlich, dass bei der Produktion chirurgischer Instrumente in für den Metallsektor ungewöhnlich grossem Umfang manuelle Tätigkeiten erforderlich sind, da Galvanisieren (zumindest in den in Sialkot verwendeten Produktionssystemen) für chirurgische Instrumente ungeeignet ist.

Offiziellen Zahlen zufolge beträgt das Durchschnittsalter der in dieser Industrie beschäftigten Kinder 12,4 Jahre, wobei die Kinder durchschnittlich im Alter von rund 10 Jahren mit der Arbeit beginnen. Die Untersuchungsbeauftragten der Gewerkschaften haben aber auch wesentlich jüngere Kinder angetroffen, die in dem Sektor arbeiteten, wobei sich die jüngsten Kinder vorwiegend in der Produktion von Messern und anderen Artikeln für den einheimischen Markt fanden. Es ist schwierig, genaue Angaben bezüglich der Zahl der für die einheimische Produktion und im informellen Sektor arbeitenden Kinder zu erhalten, aber die Gesamtzahl in diesen Sektoren ist Vermutungen zufolge wesentlich höher als die bei der Produktion chirurgischer Instrumente und Sportartikel. Alle bei der offiziellen Untersuchung angetroffenen Kinder waren Jungen, alle erwachsenen Beschäftigten waren Männer.

Aus den Interviews, die die gewerkschaftlichen Untersuchungsbeauftragten im April mit 14- und 15jährigen Kindern in Werkstätten, in denen chirurgische Instrumente hergestellt wurden, geführt haben, ging hervor, dass sie mehrere Jahre zuvor in der Industrie begonnen hatten, dass einige der Kinder zum Teil an Unterrichtsstunden teilnahmen (in einigen Fällen auf eigene Kosten) und dass vor allem die älteren Kinder in der Industrie bleiben, jedoch gleichzeitig eine angemessene Schulausbildung erhalten wollten. Die Länge des Arbeitstages schränkt die Unterrichtsmöglichkeiten jedoch ein und beeinträchtigt die Lernfähigkeiten aufgrund des ermüdenden Wesens der Arbeit ernsthaft.

Ein Viertel der in dem Bericht der Regierung von Punjab und der IAO erfassten Kinder hatte nie eine Schule besucht. Die meisten hatten zwar eine gewisse Grundschulbildung erhalten, aber in dem Bericht heisst es, dass der Bildungsstandard generell "entsetzlich gering" ist. In dem Bericht wird auf die Tatsache hingewiesen, dass das von Kindern verdiente Geld bewirkt, dass sie das Bildungssystem verlassen und in die Arbeitswelt eintreten. Der durchschnittliche Monatslohn der Kinder lag bei rund US$ 29 bzw. 78% des Mindestlohns eines ungelernten erwachsenen Arbeiters, obwohl viele der erfahreneren Kinderarbeiter annähernd den Mindestlohn erhielten und mehrere Kinder mit mehr als vier Jahren Arbeitserfahrung tatsächlich beträchtlich mehr als den Mindestlohn verdienten.

Der Bericht ergab ferner, dass rund 80% der Einkünfte der Kinder den Eltern übergeben wurden, um das Familieneinkommen zu ergänzen. Die meisten Väter waren ungelernte Arbeiter oder Landarbeiter, und 80% der Väter hatten keinerlei Ausbildung. Keine der Mütter der erfassten Kinder ging einer Vollzeitbeschäftigung nach. Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig die Einkünfte der Kinder für den Haushalt sind, vor allem da die Einkommen der Eltern häufig zu gering sind, als dass die Familie davon überleben könnte, besonders da die Familien generell sehr gross waren und nahe Verwandte häufig mit unter demselben Dach lebten. In der grossen Mehrzahl der Fälle waren die Väter der Kinder nicht in der Produktion von chirurgischen Instrumenten tätig.

In der Untersuchung hiess es ferner, dass die meisten der kleinen Unterauftragnehmer, die die Schleif-/Feil-/Polierarbeiten im Auftrag grösserer Fabriken übernehmen, erklärt hätten, dass ihre Einkünfte relativ gering seien, was ihre Möglichkeiten bezüglich einer Verbesserung von Maschinen, Arbeitsbedingungen oder Löhnen begrenze.

Arbeitsschutz

In den kleineren Arbeitsstätten herrschen generell fürchterliche Bedingungen, so dass sowohl Kinderarbeiter als auch erwachsene Beschäftigte ernsthaften Gesundheits- und Sicherheitsgefahren ausgesetzt sind. Das IBFG-Video zeigt Erwachsene und Kinder, die in unmittelbarer Nähe von heissem Metall arbeiten, wobei weder die Maschinen mit Schutzmechanismen versehen waren noch die Beschäftigten über irgendeine Schutzausrüstung verfügten. Die Beleuchtung und Belüftung in den Arbeitsstätten ist äusserst schlecht, und in der Luft findet sich in grossem Umfang giftiger Metallstaub, vor allem dort, wo die Schleif- und Polierarbeiten verrichtet werden (d.h. wo einige der Kinder tätig sind).

Zu den grössten körperlichen Gefahren gehören ansonsten Verbrennungen, Hautabschürfungen, Hautprobleme (die Beschäftigten sind während des gesamten Arbeitstages mit Metallstaub bedeckt), Schnittwunden und Augenverletzungen.

Die meisten Kinder feilen halbfertige Instrumente. Obwohl dies einer der am wenigsten gefährlichen Prozesse in der Industrie ist, ziehen sich die Kinder leicht Verletzungen an Fingern und Händen, Verletzungen aufgrund ständig wiederkehrender Bewegungen sowie Probleme des Muskel-Skelett-Systems aufgrund ihrer Arbeitshaltung zu, da sie in beengten Werkstätten unter generell schlechten Bedingungen tätig sind.

In der offiziellen Untersuchung heisst es, dass sich die Kinder generell in gutem Gesundheitszustand befanden und angemessen ernährt waren. Über die längerfristigen Auswirkungen ihrer Arbeit liegen kaum Informationen vor.

Massnahmen des Internationalen Arbeitsamtes:

Nach den ersten Untersuchungsarbeiten befindet sich das Internationale Programm für die Abschaffung der Kinderarbeit (IPEC) der IAO jetzt in der letzten Vorbereitungsphase mit Blick auf ein Projekt zum Problem der Kinderarbeit in diesem Sektor. Das Projekt zielt darauf ab, die Kinderarbeiter aus der Produktion abzuziehen und ihnen alternative Möglichkeiten anzubieten (einschliesslich einer grundlegenden Schulbildung und einer beruflichen Bildung), Beschäftigte und Arbeitgeber bezüglich dieses Problems zu sensibilisieren, erwachsenen Mitgliedern der Familien der Kinder Verdienstmöglichkeiten anzubieten und eine weitere Einstellung von Kindern in diesem Sektor zu verhindern. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit lokalen Gewerkschaften durchgeführt werden. Die pakistanische Herstellervereinigung dieses Sektors, die Surgical Instrument Manufacturers’ Association (SIMAP), wird Aktivitäten im Rahmen des Projektes durchführen und somit ebenfalls eng darin einbezogen werden.

Das Projekt wird aus Mitteln finanziert, die italienische Gewerkschaften und Arbeitgeber in Zusammenarbeit mit dem italienischen UNICEF-Ausschuss aufgebracht haben.

Massnahmen der Gewerkschaften:

Metallindustrie: Der Internationale Metallgewerkschaftsbund (IMB) und seine pakistanischen Mitgliedsorganisationen sind der Ansicht, dass Arbeitnehmerrechtsfragen wie Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen vor allem durch starke Gewerkschaften angegangen werden können. Zu diesem Zweck besprechen und planen der IMB und seine pakistanischen Mitgliedsorganisationen gegenwärtig eine dringende Organisierungskampagne in Sialkot. Das Problem der Kinderarbeit kann nur dann gelöst werden, wenn die Beschäftigten über eine Vertretung und Tarifverhandlungen verfügen, damit ihre Rechte in der Praxis geschützt werden können.

Gesundheitswesen: Die Internationale der Öffentlichen Dienste (IÖD) hat bereits mit Recherchen im Zusammenhang mit dem internationalen Handel mit chirurgischen Instrumenten begonnen. Diejenigen multinationalen Gesellschaften, die die Industrie auf internationaler Ebene effektiv kontrollieren, werden aufgefordert werden, die IAO-Aktivitäten in Sialkot zu unterstützen und mit lokalen Lieferanten in Sialkot zusammenzuarbeiten, um die Achtung der internationalen Kernarbeitsnormen zu gewährleisten. Die IÖD wird mit ihren nationalen Mitgliedsgewerkschaften in den Einfuhrländern zusammenarbeiten, um an die einschlägigen Gesundheitsbehörden, vor allem an diejenigen, die für die Lieferung von Instrumenten an medizinische Einrichtungen zuständig sind, heranzutreten und sich um ihre Kooperation bei der Bewältigung des Problems zu bemühen.

Gewerkschaftsbünde: Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) koordiniert die internationalen Gewerkschaftsaktionen und unterstützt die Arbeit der IAO. Er arbeitet ferner mit seinen drei Mitgliedsorganisationen in Pakistan (APFTU, APFOL und PNFTU) zusammen, um deren Bemühungen um die Gewährleistung der Achtung der Kernarbeitsnormen der IAO zu unterstützen. Darüber hinaus fordert der IBFG Geberregierungen auf, die Arbeit der IAO in diesem Bereich mitzufinanzieren. Vor allem können Geberregierungen einen Teil der Bildungskosten übernehmen, obwohl die Hauptverantwortung für die Finanzierung einer Grundschulbildung bei der Regierung Pakistans liegt. Die dem IBFG angeschlossene All Pakistan Federation of Labour (APFOL) hat in Sialkot ein Büro eingerichtet und koordiniert die gewerkschaftlichen Untersuchungen der sozioökonomischen Lage in der Stadt. Die APFOL arbeitet zudem eng mit lokalen Textilarbeitergewerkschaften zusammen, um Kindern in diesem Sektor alternative Möglichkeiten anzubieten, beispielsweise durch die Unterstützung der von der pakistanischen Textil-, Leder- und Bekleidungsarbeitervereinigung in Sialkot eingerichteten Schule, die in dem IBFG-Video gezeigt wird. Der IBFG übt darüber hinaus weiterhin Druck auf die pakistanische Regierung aus, um zu gewährleisten, dass die Kernarbeitsnormen in dem Land geachtet werden und das Bildungswesen angemessene Mittel aus dem Staatshaushalt erhält.

Die für das Programm der IAO im Zusammenhang mit chirurgischen Instrumenten in Sialkot aufgebrachten Mittel sind Teil eines grösseren Finanzierungspaketes der italienischen Gewerkschaftsbünde und Arbeitgeber, mit dem eine Reihe von IAO- und UNICEF-Initiativen zum Problem der Kinderarbeit in der südasiatischen Region unterstützt werden sollen.

Internationaler Rahmen:

Der umfangreiche Einsatz von Kinderarbeit bei der Produktion von chirurgischen Instrumenten für internationale Exportmärkte ist ein weiteres Beispiel für die Verletzung der grundlegenden Arbeitsnormen in Verbindung mit international gehandelten Waren. Die Weltbank schätzt, dass von den heute rund 250 Millionen Kinderarbeitern weltweit bis zu 5% in der industriellen Produktion von Waren für internationale Märkte und weitere 1 - 2% in exportorientierten landwirtschaftlichen Betrieben tätig sind. Mit anderen Worten, mindestens 15 Millionen Kinder stellen Waren für internationale Märkte her.

Die internationale Gewerkschaftsbewegung fordert die Aufnahme sozialer Mindestnormen in das internationale Handelssystem, um die Rechte der Beschäftigten zu schützen. Speziell setzt sich der IBFG für die Einführung gemeinsamer Mechanismen der Internationalen Arbeitsorganisation und der Welthandelsorganisation ein, um zu gewährleisten, dass alle Länder die Kernübereinkommen der IAO im Zusammenhang mit Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Vereinigungsfreiheit und dem Recht zu Kollektivverhandlungen achten.

Ohne einen derartigen internationalen, multilateralen Mechanismus werden Städte wie Sialkot stets fürchten, dass sie, wenn sie versuchen, ihr Kinderarbeitsproblem in den Griff zu bekommen, Gefahr laufen, Marktanteile an andere Länder der Welt zu verlieren, in denen dieses Problem nicht angegangen wird. Die internationale Gemeinschaft muss Massnahmen ergreifen, um der Praxis ein Ende zu setzen, dass sich ein Land Wettbewerbsvorteile gegenüber einem anderen Land verschafft, indem es Verletzungen internationaler Arbeitsnormen, wie etwa die Ausbeutung von Kinderarbeit, zulässt.

IBFG
Mai 1998